Geschichte der Innung

Im Jahre 1914 wurde die Innung der Feinwerktechnik als Mechanikerinnung gegründet. Sie bemühte
sich damals insbesondere um die Problematik der Betriebsgründung nach erfolgter Meisterprüfung,
den mühevollen Geschäftsaufbau und die Sicherung und Festigung der einzelnen Mitgliedsbetriebe.
Die Aufgabe der Innung erstreckte sich aber auch bereits damals auf das weite Gebiet der beruflichen
Erstausbildung, der beruflichen Weiterbildung und auf die gewerbliche, fachtechnische und
betriebswirtschaftliche Ausbildung der Meister, Gesellen und Auszubildenden.
Durch den Zusammenbruch 1945 wurde zunächst die gesamte Berufsorganisation des Handwerks
lahmgelegt. Zwangsläufig war aber auch die Innung genötigt, ihre Tätigkeit alsbald wieder
aufzunehmen, um die Betriebe in ihrem Aufbau zu unterstützen und lebensfähig zu machen.
Um das gesamte Handwerkswesen und damit besonders die einzelnen Fachinnungen in der Erfüllung
der Selbstverwaltungsprobleme weitgehend zu unterstützen und gesetzlich zu statuieren, erließ der
Deutsche Bundestag im Jahre 1953 das Gesetz der Handwerksordnung.
Die neuen Aufgaben der Innung lehnten sich stark an die früheren gesetzlichen Bestimmungen des
Handwerks an, da sich diese in der jahrzehntelangen Verwaltungspraxis am besten bewährt hatten.
Damit ist nach der Bundeshandwerksordnung die Innung im Jahre 1953 eine „Körperschaft des
öffentlichen Rechts“ für den Bereich Mittelfranken geworden. Durch die Satzung der Innung wurden
deren Aufgaben genau festgelegt.
Bereits im Jahre 1951 wurde von der damaligen Innungsführung erkannt, dass neben der üblichen
Innungsbetreuung der Mitglieder, auch eine zusätzliche Unterstützung seitens der Innung für die
berufliche Aus- und Weiterbildung unerlässlich ist, um einen qualifizierten Berufsnachwuchs
heranzubilden und die Mitarbeiterin den Betrieben entsprechend des ständig steigenden technischen
Wissens zu schulen.
Durch die Unterstützung staatlicher und kommunaler Stellen war es damals möglich, im Rahmen des
Bundesjugendplanes das Innungshaus in der Bauerngasse zu errichten. Die Mechanikerinnung
verfügte somit als eine der ersten Innungen über ein eigenes Gebäude mit Werkstatt und zwei
Theorieräumen.
In diesen Ausbildungsräumen wurden Schulabgänger in einem einjährigen Tageskurs „Grundlehrgang
Metall“ auf die Lehrzeit vorbereitet. Diese vorgeschulten jungen „Lehrlinge“ erfreuten sich bei den
Mitgliedsbetrieben großer Beliebtheit, da sich der Betrieb nicht um die Grundausbildung kümmern
musste.
Kurze Zeit später wurden die theoretischen Vorbereitungslehrgänge auf die Gehilfenprüfung eingeführt,
die als Abendlehrgänge durchgeführt wurden. Inzwischen sind diese Lehrgänge zu einer ständigen
Einrichtung der Innung geworden und werden auch von den Berufsschulen als berufsbegleitende
Unterweisung anerkannt und unterstützt.
Nach einem Wechsel in der Innungsgeschäftsführung im Jahre 1976 wurde das Aus- und
Fortbildungswesen erheblich verstärkt. Die Innung führte wieder einjährige Grundlehrgänge Metall im
Auftrag des Arbeitsamtes Nürnberg durch. Die noch freie Kapazität der Werkstatt und der Lehrsäle
wurde an die Städtische Fachoberschule Nürnberg vermietet.
Auch die neue Innungsführung erkannte, dass für eine laufende Anpassung an das ständig
fortschreitende technische Wissen eine qualifizierte Aus- und Fortbildung unerlässlich war. Um dem
auch Rechnung zu tragen, wurden neue Aus- und Fortbildungsmaßnahmen geplant. Die Durchführung
scheiterte aber an der zu geringen Raumkapazität des damaligen Innungsgebäudes.
Dann erfuhr die Vorstandschaft davon, dass der Gebäudekomplex in der Zweigstraße zum Verkauf
stehe. Nach Besichtigung wurde in einer außerordentlichen Vorstandssitzung der Beschluss gefasst,
dieses Gebäude zu erwerben. Nachdem noch Mitbewerber am Kauf interessiert waren, musste eine
schnelle Entscheidung getroffen werden. Innerhalb von 14 Tagen wurde der Kaufbeschluss durch die
Mitgliederversammlung und die Handwerkskammer positiv bestätigt.
Somit verfügte die Innung jetzt über 7 Werkstätten und 8 Lehrsäle. Dadurch war es möglich, alle
geplanten Aus- und Fortbildungsmaßnahmen anlaufen zu lassen.

Aufgrund der Änderung der Handwerksordnung und der Berufe des Handwerks wurde 1992 die
„Innung des Mechaniker- und Maschinenbauer-Handwerks für Mittelfranken“ durch Mitgliederbeschluss
in „Innung der Feinwerktechnik Mittelfranken“ umbenannt.
Die aktuellen Ausbildungstätigkeiten der Innung:
Durchführung aller obligatorischen Überbetrieblichen Ausbildungslehrgänge in den einzelnen
Gewerken.
Fachpraktische Ausbildung für die 11. Jahrgangsklassen der Staatlichen Fachoberschulen
Nürnberg, Fürth, Erlangen im Metallbereich.
Durchführung von Überbetriebliche Ausbildungen Auftrag der Handwerkskammer für
Mittelfranken
Durchführung von Meistervorbereitungskursen im Teil I der Meisterprüfung in den Gewerken
Feinwerkmechaniker
Kälteanlagenbauer
Durchführung von Meistervorbereitungskursen im Teil II der Meisterprüfung in den Gewerken
Kälteanlagenbauer
Fachkraftlehrgänge für Konstrukteur im Formenbau, CNC-Fachkraft
Gesellenvorbereitungskurse auf die theoretische u. praktische Gesellenprüfung.
Durchführung der praktischen Gesellenprüfungen und Meisterprüfungen in den der Innung
angeschlossen Gewerken.